Arbeitszeugnis-Blog

saloppe Unterschrift
Bildrechte: © Gerd Altmann, Pixabay
Grundsätzlich muss ein Arbeitszeugnis von einer weisungsbefugten, also ranghöheren, oder einer vertretungsberechtigten Person unterschrieben werden. Das kann also auch jemand aus der Personalabteilung sein, der damit beauftragt wurde. Die Vertretungsbefugnis dieser Person muss allerdings durch entsprechende Zusätze (z.B. "ppa." oder "i.V." ) oder durch Angabe der hierarchischen Position (z.B. Personalleiterin) kenntlich gemacht werden. Bei Führungskräften, die der Geschäftsleitung direkt unterstellt gewesen sind, ist das Zeugnis ...
farbige Schindeln
Bildrechte: © StockSnap, Pixabay
Es gibt sie zuhauf im Netz: zum Teil kostenlose Muster-Vorlagen für Arbeitszeugnisse aller Art. Zwischenzeugnis für Krankenpfleger? Endzeugnis für Redakteurinnen? Alles vorhanden. Mit einem Klick wird hier die Lösung aller Arbeitszeugnis-Probleme versprochen. Doch dafür handelt man sich neue ein. Denn klar ist: Wer sich so ein pauschales Muster herunterlädt, das für alle Krankenpfleger, für alle Redakteurinnen gültig ist, sagt überhaupt nichts Relevantes über den oder die Empfänger*in aus. Der Wert eines solchen ...
Frau mit Fragezeichen rundum
Bildrechte: Sophie Janotta, Pixabay
Zunächst einmal sollte man sich mit der Notengebung in Arbeitszeugnissen vertraut gemacht haben. Eine grobe Orientierung bietet die Regelung: zwei Steigerungen = Note 1, eine Steigerung = Note 2, keine Steigerung = Note 3, Einschränkung/Relativierung = Note 4. Das kennt man aus der Zufriedenheitsformel, der wohl am meisten zitierte Satz aus einem Arbeitszeugnis. Wenn es allerdings so einfach wäre, bräuchte man dafür keine Experten. Denn es gibt noch zwei ABERs: ...
Anwalt als Grafik
Bildrechte: mohamed_hassan, Pixabay
Nach vielen tausend Arbeitszeugnissen, die durch meine Hände gegangen sind, würde ich sagen: nur in den allerwenigsten Fällen. Warum? Die Mehrheit aller Fehler passiert tatsächlich ohne böse Absicht. Sprich, der Zeugnisaussteller ist sich der Schnitzer oft gar nicht bewusst, die er ins Zeugnis „eingebaut“ hat. So war zum Beispiel lange Zeit der Geburtsort üblicher Bestandteil eines Zeugnisses – heute kann eine solche Erwähnung als diskriminierend angesehen werden und muss auf Wunsch des Arbeitnehmers entfernt werden. In diesem Fall reicht ein klar begründeter Hinweis, um den Aussteller davon zu überzeugen, hier eine Änderung vorzunehmen. (Bei hartnäckigen Fällen hilft ...
Mausefalle mit Käse
Bildrechte: Skitterphoto, Pixabay
Der verhängnisvollste Fehler, der einem als Zeugnisschreiber passieren kann, ist angewandtes Halbwissen. Damit ist gemeint, dass ein Zeugnis erstellt wird, das auf den ersten Blick allen üblichen Gepflogenheiten entspricht. Dadurch wird der Leser automatisch davon ausgehen, dass der Aussteller mit den Feinheiten der Zeugnissprache vertraut war, er es also mit einem Zeugniskundigen zu tun hat, und sein Urteil dementsprechend streng ausfallen lassen. Viele Aussteller kennen aber entweder nur die Notenübersetzung der streng verklausulierten Zufriedenheits- und Schlussformeln oder sind zumindest ...
viele Schlüssel auf einem Haufen
Bildrechte: cocoparisienne, Pixabay
In der Presse gibt es viele Artikel über so genannte Geheimcodes. Das sind spezielle Wörter oder Phrasen, die in ihrer „Übersetzung“ einen verbotenen Inhalt transportieren. Zum Beispiel das Wort „Geselligkeit“, das auf Alkoholkonsum hindeutet. Diese Codes sind aber längst entlarvt und für rechtswidrig erklärt worden. Kritik wird heute viel subtiler geübt in Form von ...
Hand hält magisches Wasser
Bildrechte: © Gerd Altmann, Pixabay
Es gibt tatsächlich noch Zeugnisleser, die sich lediglich die Zufriedenheitsformel zu Gemüte führen, allenfalls noch die Schlussformulierung lesen, um dann zu entscheiden: weiter im Bewerbungsprozess oder nicht? Es stimmt, dass diese beiden Aussagen im Zeugnis die gewichtigsten sind. Jedoch wäre es nicht nur äußerst kurz gegriffen, sondern spräche geradezu von kläglichem Urteilsvermögen, diesem einen Satz eine zu hohe Bedeutung beizumessen. Warum?
Hundepfote in Menschenhand, schwarz-weiß
Bildrechte: © Mylene2401, Pixabay
Ja, das Zeugnis muss wohlwollend formuliert sein. Was natürlich nicht heißt, dass nicht unterdurchschnittlich bewertet werden darf. Denn es gibt noch einen zweiten so genannten Zeugnisgrundsatz: den der Wahrheitspflicht. Wohlwollens- und Wahrheitspflicht sind die Eckpfeiler, zwischen denen formuliert werden muss; das Zeugnis muss nur im Rahmen der Wahrheit wohlwollend sein.
Goldschmuck
Bildrechte: © Nawal Escape, Pixabay
Wie wichtig ist ein Arbeitszeugnis? Es gibt einige Stimmen, die dem Arbeitszeugnis die Bedeutung absprechen: Zu einheitlich, zu floskelhaft formuliert sind viele davon, als dass sie Recruiter*innen oder Personaler*innen eine wirkliche Entscheidungshilfe sind. Doch genau darin liegt der Knackpunkt: So wertlos pauschale Musterformulierungen sind, die auf x tausend Arbeitnehmer*innen angewendet werden, so wertvoll sind individuelle Zeugnisse, die etwas über den oder die Mitarbeiter*in aussagen.  Hier werden also Äpfel mit Birnen verglichen: floskelhaft formulierte, aalglatte Arbeitszeugnisse mit solchen, aus denen große Wertschätzung spricht. Weil sie individuell formuliert wurden, konkrete Beispiele enthalten und ...
Straße, Berge, Nachthimmel
Bildrechte: © un-perfekt, Pixabay
Hierzu gibt es leider keine eindeutige Antwort: Während das Bundesarbeitsgericht 2001 entschied, dass kein Anspruch auf eine Schlussformulierung besteht, setzte sich das Landesarbeitsgericht Berlin 2003 mit seiner Entscheidung dazu in Widerspruch und bescheinigte dem Arbeitnehmer den Anspruch auf Aufnahme einer so genannten Dankes- und Zukunftsformel: Das Fehlen einer derartigen Formel könne einen ansonsten positiven Gesamteindruck entwerten und ...