Arbeitszeugnis-Blog

Hand beim Schreiben
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Sie kennen das: Viele Dokumente werden von einer „fetzigen“ Unterschrift geziert. Diese ist oft nicht nur unlesbar, sondern besteht häufig auch noch aus einem Namenskürzel, die den Nachnamen auf wenige Buchstaben reduziert – eine Paraphe. Auch auf Arbeitszeugnissen ist das gelegentlich zu sehen. Doch die Gesetzgebung ist diesbezüglich eindeutig: Eine Paraphe reicht als Unterschrift unter ein Arbeitszeugnis nicht aus ...
Geldscheine in der Hosentasche
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In den Zeiten des Gesinde-Dienstbuches wurde auf Tugenden wie Fleiß, Treue, Gehorsam, sittliches Betragen, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit eingegangen. Ohne eine positive Bestätigung dieser war die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle so gut wie aussichtslos. Das Arbeitszeugnis, wie wir es heute kennen, geht weit darüber hinaus. Gleichzeitig sollte man bei Tugenden wie Ehrlichkeit besonders vorsichtig sein, denn ...
zwei Menschen schütteln sich die Hand
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Liegt eine arbeitgeberseitige Kündigung vor, wird in der Regel sehr neutral auf das Ende des Arbeitsverhältnisses hingewiesen, z.B. „Frau Müller verlässt uns zum 31.07.2021.“ oder „Das Arbeitsverhältnis von Herrn Meier endet zum 31.08.2021.“ Der Grund für die Kündigung darf – um das Fortkommen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin nicht zu gefährden – nicht im Zeugnis erwähnt werden ...
Babyhand greift Hand eines Erwachsenen
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Grundsätzlich dürfen Fehlzeiten in einem Zeugnis nicht erwähnt werden – hier siegt die Wohlwollenspflicht. Aber es gibt Ausnahmen, die es dem Arbeitgeber gestatten bzw. ihn in die „Wahrheitspflicht“ nehmen. Nämlich wenn die Fehlzeit eine „erhebliche“ Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses darstellt (BAG-Urteil vom 10.05.2005). Nun ist der Begriff „erheblich“ sehr dehnbar und nicht exakt definiert, sodass die Arbeitsgerichte in jedem Einzelfall neu entscheiden müssen. Im Allgemeinen geht man aber davon aus, ...
Papierdokument, grafisch
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Das Arbeitszeugnis muss nicht nur inhaltlich korrekt abgefasst werden, sondern auch eine bestimmte äußere Form wahren. Durch diese darf nicht der Eindruck erweckt werden, der ausstellende Arbeitgeber distanziere sich vom Inhalt.  Das Zeugnis ist zum einen auf haltbares Papier von guter Qualität auszustellen, und zwar auf dem Firmenbogen (Geschäftspapier). Das Zeugnis muss auch sauber und ordentlich geschrieben sein und darf keine Flecken, Radierungen, Verbesserungen, Durchstreichungen oder Ähnliches enthalten. Selbst auf eine einheitliche Schrift kann der oder die Arbeitnehmer:in pochen. 
Mitarbeiterin und Mitarbeiter (Grafik)
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Über 90% aller Zeugnisse werden mit gut oder sehr gut beurteilt. Eine „3“ fällt also schon in den Bereich des Unterdurchschnittlichen. Trotzdem sind die Arbeitnehmer in der Beweislast, wenn sie eine bessere Note bekommen wollen – das Bundesarbeitsgericht bestätigte 2014 diese Grenze, um die Inflation der Zeugnisnoten nicht weiter voranzutreiben. Erst ab der Note 4 muss der Arbeitgeber beweisen, dass unterdurchschnittlich gearbeitet wurde. Das macht es für Zeugnisempfänger schwer, eine bessere Note einzufordern, wenn sie sich ungerecht beurteilt fühlen. Was hilft?
Frau liegt krank im Bett, Grafik
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Grundsätzlich muss man im Sinne der Wohlwollenspflicht diese Frage erst einmal verneinen. Doch dann gibt es noch zwei ABER. Die erste Ausnahme argumentiert parallel zu allen Fehlzeiten mit der Dauer der Abwesenheit: Wird diese als „erheblich“ gegenüber der restlichen Beschäftigungsdauer definiert, muss der Arbeitgeber die Zeit der Abwesenheit sogar erwähnen, weil sonst ein falscher Eindruck entstünde. Jemand, der für seine guten Leistungen zur Führungskraft befördert worden ist, von den letzten drei Jahren im Unternehmen aber nur ein halbes in dieser Position gearbeitet hat, kann dem nächsten Arbeitgeber nur mit entsprechendem Hinweis weiterempfohlen werden.
Schlüssel auf einem Tisch
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Sie waren als Führungskraft angestellt und der Arbeitgeber hat Ihnen bescheinigt, dass Sie immer pünktlich waren? Na dann, Gratulation. Damit wird die Geringschätzung des Arbeitgebers Ihnen gegenüber ziemlich deutlich ausgedrückt. Inwiefern? Die Betonung von Selbstverständlichem ist ein beliebtes Stilmittel der Zeugnissprache und gehört zu den Verschlüsselungstechniken. Zu lesen ist das im Sinne von „das war aber auch schon alles“.